|
Berlin, 29.01.2009:
Die Erneuerbaren Energien decken im Jahr 2020 mit einem Anteil von rund
47 Prozent fast die Hälfte des deutschen Strombedarfs. Gleichzeitig
ist eine sichere Stromversorgung auch zur Zeit der höchsten Stromnachfrage
gewährleistet. Das geht aus der aktuellen Ausbauprognose der Branche
Stromversorgung 2020 hervor, die der Bundesverband Erneuerbare
Energie e.V. (BEE) und die Agentur für Erneuerbare Energien heute
in Berlin vorgelegt haben.
Energie aus Wind, Biomasse, Wasser, Sonne und Geothermie wird 2020
das prägende Element unserer Stromversorgung sein. Herkömmliche
Kraftwerke ergänzen dieses Angebot nur noch bei Bedarf, Brennstoffimporte
und CO2-Emissionen werden entsprechend reduziert. Damit stellen wir die
Stromversorgung vom Kopf auf die Füße, kommentierte Dietmar
Schütz, Präsident des BEE, die Ergebnisse der Prognose. Sowohl
die aus Erneuerbaren Energien produzierte Strommenge als auch die installierte
Leistung zugehöriger Anlagen werde sich bis 2020 gegenüber heute
etwa verdreifachen.
Die Experten der Branche betonten, dass die Stromversorgung in Deutschland
auch mit dem künftigen Strommix an 365 Tagen im Jahr zu jeder Uhrzeit
und bei jedem Wetter sichergestellt werden könne. Die so genannte
gesicherte Leistung übertreffe die Jahreshöchstlast sogar um
zehn Prozent. Anders als jüngst wieder von Protagonisten der konventionellen
Energiebranche behauptet, seien dafür auch keine zusätzlichen
Gasimporte notwendig. Im Gegenteil verringere sich der Erdgasverbrauch
für die Stromerzeugung in der Branchenprognose bis 2020 sogar um
zwölf Prozent. Das bestehende Stromversorgungssystem sei bereits
viel flexibler als allgemein bekannt.
Schon heute stehen für das deutsche Stromnetz rund zehn Gigawatt
Speicher- und Pumpspeicherwasserkraftwerke zur Verfügung. Das entspricht
der Leistung von zwölf Kohlekraftwerken, erläuterte Ralf
Bischof, Mitglied im BEE-Vorstand und zuständig für Netz- und
Systemintegration. In Zeiten hoher Stromproduktion und geringer Nachfrage
könnten Wasserspeicher über Pumpen aufgefüllt und im Bedarfsfall
kurzfristig für zusätzliche Stromproduktion genutzt werden.
Dazu kommen über neun Gigawatt Bioenergie-Kraftwerke, die auf
Basis der Brennstoffe Biogas oder Holz einspringen können, wenn Wind
und Sonne ausbleiben so Bischof weiter.
Die positiven Auswirkungen der Erneuerbaren Energien auf Klimaschutz,
Brennstoffimporte und Arbeitsmarkt sind nach der aktuellen Branchenprognose
erheblich. Schon heute trage die Branche höchst wirkungsvoll zum
Klimaschutz bei. 2008 habe sie allein im Strombereich fast 87 Millionen
Tonnen Kohlendioxid vermieden. Dieser Betrag steige bis 2020 auf über
200 Mio. Tonnen pro Jahr. Analog sinke der Bedarf an fossilen Brennstoffen
und mit ihm die hohen Kosten für Importe sowie externe Kosten für
Klima- und Umweltschäden. Die daraus folgenden Einsparungen in Milliardenhöhe
übertreffen die Ausgaben für den Ausbau der Erneuerbaren Energien
bei weitem. Hinzu komme der positive Effekt auf den Arbeitsmarkt. So werde
sich die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien
von heute 250000 auf mindestens 500000 im Jahr 2020 verdoppeln.
Die Stromversorgung im Jahr 2020 ist dank des Ausbaus der Erneuerbaren
Energien sicher, klimaschonend und bezahlbar, schlussfolgerte BEE-Präsident
Dietmar Schütz aus den Eckdaten der Branchenprognose. Um den Strombedarf
zuverlässig zu decken, seien weder zusätzliche Kondensationskraftwerke,
noch eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke erforderlich.
Wer dennoch Sonderregelungen für Kohlekraftwerke schafft oder
den Atomausstieg rückgängig machen will, greift automatisch
den gesetzlich fixierten Vorrang für die Erneuerbaren Energien an
und zerstört damit die Investitionssicherheit der Branche,
warnte Schütz.
Um auch nach 2020 ein weiteres Wachstum der Erneuerbaren Energien im Stromsektor
zu ermöglichen, müsse die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen
erhalten und weiterentwickeln. Dazu gehöre insbesondere der Vorrang
für Erneuerbare Energien, die Förderung von Kombikraftwerken
und Speichern, ein intelligentes Lastmanagement sowie ein intensiverer
Stromaustausch mit den Alpen- und den skandinavischen Ländern mit
ihren großen Wasserspeichern.
Quelle: BEE,
Bundesverband Erneuerbare Energie, e. V.
Die Langfassung der Studie können Sie hier als pdf-Dokument runterladen:
Download
News - Übersicht
|